"Internationale Trainingserfahrung im Kohledunst” oder

„U10-Turnier in Tarnowskie Gory am ersten Adventwochenende“

Im südpolnischen Tarnowskie Gory fand Anfang Dezember das schon fast traditionelle U10-Turnier statt, an dem der HC Wien mit seiner U10A- und U10-Mannschaft teilnahm 17 Jungs, leider war kein Mädchen dabei, und eine reichliche Anzahl an Hockeyeltern begaben sich auf die Reise nach Schlesien, das uns mit seinem bitteren Koksgeruch in der Luft, passend zur Weltklimakonferenz im nahen Katowice, begleitete.

Die freie Zeit des Samstagmorgens wurde im benachbarten Erlebnisbad überbrückt, was offiziell naturgemäß unter Teambuilding fällt.

Kaiserlich betreut waren die beiden Mannschaften wieder, da unsere polnischen Trainer leider anderweitige Verpflichtungen hatten. Ihre Expertise hätte die Kommunikation mit den lokalen Schiedsrichtern vielleicht erleichtert.

Zwei Gruppen zu je fünf Mannschaften hatten am Samstagnachmittag je drei Gruppenspiele. Die U10B war durchaus im Vorteil, da sie recht fordernde Gegner hatte. Entsprechend froh waren alle, als das Abendspiel 1:0 für uns ausging.

Für die U10A war es mehr eine Junggesellenfeier mit nur einem Gegentor und ansonsten einem Schützenfest, gut fürs Ego, schlecht für eine Qualitätssteigerung.

Am Sonntagmorgen wurden die Gruppenspiele mit dem jeweils vierten Spiel abgeschlossen. U10A s.o., U10B musste sich nach einem tapferen Kampf mit zwei Penaltytoren 0:2 geschlagen geben. Die Penaltys waren grundsätzlich ein Schwachpunkt im Spiel der B-Mannschaft, die Verwandlungsquote zeigt Potenzial nach oben.

Ein Schnitzel später fanden die Spiele um die Plätze statt. U10B hatte seine Moral wiedergefunden und konnte dem Gegner mit einem klaren 5:0 zeigen, wo Bartel den Most herholt.

Im abschließenden Spiel um den ersten Platz ging der U10A mit 1:0 in Führung, musste aber in der 9. Minute den Ausgleich durch ein Tor über den linken Flügel hinnehmen. 3 Minuten später gerieten sie in Rückstand und waren so nun erstmals wirklich gefordert. 6 Minuten vor Schluss kam es zum Ausgleich zum 2:2. 4 Minuten vor Abschluss gingen die späteren Ersten durch einen Penalty wieder Führung. Ein weiterer Penalty vier Minuten vor Schluss erhöhte den Druck. Ein Anschlusstreffer in der vorletzten Minute und ein erfolgloser Penalty der Gegner wie ein Stangenschuss vierzig Sekunden vor Ende ließen die Nerven blank liegen. Der Ausgleich wenige Sekunden vor Abpfiff ließ die Spieler Nerven zeigen, was nach einer Ermahnung im Vorfeld zu einem Platzverweis eines A-Spielers führte.

Das Penaltyschießen: Souverän ging der Gegner mit seinem Standardschützen in Führung, der Ausgleich gelang mit einem Lupfer. Der Versuch des Gegners nachzuahmen scheiterte, der Ball ging über die Latte. Beim nächsten HC Wien-Penalty wurde der Spieler niedergerannt, der verhängte 7m wurde leider gehalten. Der letzte Penalty brachte die Entscheidung für UKS Orleta als Sieger.

Emotional entgleiste die Situation allerdings und brachte die Lernfelder unserer Mannschaften zu Tage, hier ist sicherlich anzusetzen.

Ohne Zweifel hervorstechend waren Choreografie und Schlachtgesänge der B-Mannschaft, die moralisch eine starke Unterstützung für die A-Mannschaft waren.

Torschützenkönig wurde Leander Kaufmann.

In Summe ist das Turnier sicher zu beurteilen, dass es Basis für die weitere Trainingsarbeit sein kann.

ANü, 2. Dezember 2018